Monatsthemen

und Gewinner

was fehlt

Die Jury hat entschieden!

Wettbewerb im Dezember 2016

Im Dezember blickt lyrix zurück und nach vorne: „was fehlt“ lautet unser Thema zum Jahresabschluss. Wenn ihr auf das Jahr zurückblickt, fehlt euch dann etwas? Möchtet ihr im neuen Jahr bestimmte Lücken schließen? Inspirationen gibt es im Dezember von Simone Lapperts Text „lückenlos“ und dem Bild „Pander to A Prodigy“ der britisch-ghanaischen Künstlerin Lynette Yiadom-Boakye aus der Kunsthalle Basel.

lückenlos

Simone Lappert

du kannst alles noch einmal zählen, es fehlt
nicht an: windmessern, platzbauten, zeit. nichts
hat sich verschoben im tarngut, im wintergebiss
dieser nacht. von pech bis pochen zählt alles zum rest,
ausser dir bewegen sich alle: in schneegeschwindigkeit,
in flockenfolgen. sie weichen sich aus weil sie da sind,
schultern und kragen wie segel gesetzt, dem wind
und einander entgegen. du duckst dich und wartest,
zählst alles noch einmal: die vögel, die pfützen, den halben
mond, weil niemand dich sieht und zum pflastertanz bittet;
weil du noch immer nicht weisst, was fehlt.

Es ist Dezember. Weihnachten und ein neues Jahr stehen mal wieder vor der Tür und zwischen dem Gehetze um die letzten Geschenke, Plätzchenbacken und der Silvesterparty fragt man sich manchmal leise: „Wie war es denn, dieses Jahr? Ist es so lückenlos verlaufen, wie ich es mir gewünscht hatte, oder fehlt etwas?“

Um das, was fehlt, geht es auch in Simone Lapperts Text „lückenlos“. Wie ist es, wenn man stillsteht, weil man das diffuse Gefühl hat, das einem irgendetwas fehlt? Stell dir vor, „ausser dir bewegen sich alle: in schneegeschwindigkeit, / in flockenfolgen“ und nur du fühlst dich fehl am Platze und kommst nicht vom Fleck. Auf der Suche nach dem fehlenden Puzzleteil macht man vielleicht erst einmal eine Bestandsaufnahme: „es fehlt / nicht an: windmessern, platzbauten, zeit“. Aber woran denn?

Fehlt euch etwas? Vielleicht Zeit, ein Freund oder das Gefühl, das irgendwie alles einen Sinn ergibt? Oder spürt ihr eine Lücke, könnt aber gar nicht genau benennen, was es ist, das fehlt? Fühlt ihr euch einsam mit dem, was euch fehlt? Fragt ihr euch, ob es anderen auch so geht? Oder wird in euch eher der Ehrgeiz geweckt, das Fehlende zu erreichen?

Wir freuen uns auf eure Einsendungen zu diesem letzten Thema im lyrix-Jahr 2016 und wünschen euch von Herzen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch! Hoffentlich fehlt euch wenig!

2017 geht es bei lyrix weiter wie gewohnt, wir haben aber auch einige neue Ideen. Schaut einfach vorbei.

Euer lyrix-Team

Die Jury hat entschieden!