Monatsthemen

und Gewinner

Mit anderen Augen

Die Jury hat entschieden!

Wettbewerb im Oktober 2016

„Mit anderen Augen“ startet lyrix in den Herbst. Was passiert, wenn wir mit den Augen eines anderen sehen? Geht das überhaupt? Alles sieht anders aus, wenn wir die Perspektive wechseln und „mit anderen Augen“ auf die Welt, die Menschen um uns herum und uns selbst blicken. Auch in unserem Monatsgedicht „Das Meer sieht“ von Anton G. Leitner wird ein neuer Blickwinkel eingenommen. Passend zum Meeresthema hat das Schloßmuseum Murnau das Ölgemälde „Meeresbucht (Tunis)“ von Gabriele Münter ausgewählt. Vielleicht lasst auch ihr das Meer sehen?

Das Meer sieht

Anton G. Leitner

Das Land mit anderen
Augen. (Der Blick geht

Vom Blau ins Gelb ins
Grün.) Ein bewegtes
Kissen für eine ruhige
Nacht im Schoß.

Was wäre, wenn wir mit den Augen eines anderen Menschen sehen könnten? Würden wir einen Schock bekommen? Wäre unser Blau vielleicht sein Grün? Was ist überhaupt blau, wo fängt grün an und wo hört gelb auf? Letztendlich – oder wahrscheinlich – werden wir nie erfahren, wie andere Menschen sehen oder was sie wahrnehmen. Und auch uns selbst schummelt das Gehirn regelmäßig etwas vor. Es versucht, Ordnung für uns zu schaffen und lässt uns deshalb manchmal Dinge sehen, die gar nicht da sind.

Jemanden „mit anderen Augen“ sehen kann auch bedeuten, die Perspektive zu wechseln und den Blick zu öffnen. Manchmal scheinen uns die Worte und Taten anderer absolut unverständlich, aber was passiert, wenn wir wirklich einmal versuchen, uns in ihre Perspektive zu versetzen, die Rollen zu tauschen, die Welt aus ihren Augen zu sehen? Es kann sein, dass alles direkt ganz anders aussieht. Manchmal reicht es auch schon, die Blickrichtung zu ändern, um Dinge aus anderen Augen zu sehen. Oder wir stellen uns einfach mal vor, dass das, was wir sonst ansehen, zurück auf uns schaut. Ganz so wie es Anton G. Leitner in seinem Monatstext tut: „Das Meer sieht / Das Land mit anderen / Augen.“

 

Was kommt euch beim Thema „Mit anderen Augen“ in den Sinn? Stellt ihr euch vor, was ihr sehen würdet, wenn ihr mit den Augen eines anderen Menschen sehen könntet? Wie sähe eure Welt aus, wenn ihr mit den Augen einer Möwe oder eines Herings sehen würdet? Oder lasst etwas sehen, was im eigentlichen Sinne gar nicht sehen kann – so wie das Meer in Anton G. Leitners Gedicht. Ihr könnt uns auch von Perspektivwechseln schreiben. Was passiert mit euch, wenn ihr eure Freunde, Partner, Eltern oder euch selbst „mit anderen Augen“ betrachtet und euren Blickwinkel ändert?

Wir freuen uns auf eure Texte! Und wünschen allen „Betroffenen“ schöne Herbstferien;-)!

Die Jury hat entschieden!