Blog

Trier zwischen Gut und Böse

Diesen Monat sind wir zu Gast in gleich drei Trierer Museen. In Kooperation mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis fanden hier vom 07.09.2016 bis zum 09.09.2016 Schreibwerkstätten rund um das lyrix-Thema „Zwischen Gut und Böse“ u.a. mit dem Monatsautor Georg Bydlinski und dem ehemaligen lyrix-Preisträger Martin Piekar statt.

 

 

 

Bereits zum 3. Mal ist lyrix mit einem Monatsthema zu Gast in Trier. 2012 war lyrix mit dem Thema „Vom Sockel gestürzt“ zu Gast im Rheinischen Landesmuseum und im Museum Simeonstift, 2013 mit dem Thema „Krieg und Frieden“. Hier in Trier finden regelmäßig gleich an mehreren Tagen Schreibwerkstätten und ein Programm rund um das jeweilige lyrix-Monatsthema statt. In diesem Jahr besuchen wir mit dem September-Thema „Zwischen Gut und Böse“ gleich drei Trierer Museen, das Rheinischen Landesmuseum, das Museum Simeonstift und das Museum am Dom. Zur Eröffnung der kurzen lyrix-Woche kamen Carolin und ich von Köln nach Trier. Es ist schön, als lyrix-Rückkehrerinnen wieder einmal in Trier zu sein! So begrüßten wir auch die rund 100 Schülerinnen und Schüler und unsere engagierten Kooperationspartner vor Ort.

Drei Klassen von unterschiedlichen Schulen und aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen sind gekommen, um am Eröffnungsmittwoch an den Schreibwerkstätten mit Georg Bydlinski und Martin Piekar teilzunehmen. Georg Bydlinski hat extra für lyrix das Gedicht „Zwischenvers“ verfasst, dieses hat er bei der Eröffnungsveranstaltung im Museum Simeonstift am 07.09.2016 auch vorgetragen. Gemeinsam mit Martin Piekar lockerte er das Begrüßungsprogramm mit Gedicht- und Musikvorträgen auf.

Bevor es in die Schreibwerkstätten ging, bekamen die Schülerinnen und Schüler eine Führung durch die Sonderausstellung „Nero – Kaiser, Künstler und Tyrann.“ Die Ausstellung im Museum Simeonstift bietet viel Inspiration, sie zeigt viele Facetten des Daseins Neros auf. Kaum ein römischer Kaiser hat ein so zwiespältiges Bild hinterlassen wie Nero. Er war vom Jahr 54 bis 68 n. Chr. Herrscher des Römischen Reiches. Beim Volk war er durch seine Großzügigkeit lange Zeit sehr beliebt. Seine übermäßige Liebe für Luxus und Kunst fand jedoch die römische High Society unrühmlich und peinlich. Neros Intrigen kosteten vielen seiner Gegner das Leben. Er gilt als Muttermörder und auch seinen Stiefbruder und einige seiner Frauen soll er auf dem Gewissen haben. So ging er als grausam und verrückt in die Geschichte ein.

Im Anschluss an die Museumführung ging es dann weiter in die Schreibwerkstätten. Ich begleitete die 6a des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums Trier. Georg Bydlinski gab ihnen eine kurze Einführung, las einige Gedichte vor und stellte eine offene Aufgabe: Ein Gedicht schreiben zu dem Thema „Zwischen Gut und Böse“, ob mit Bezug auf die Nero-Ausstellung oder zu einem anderen Bereich – sei es offen, wie etwa Fußball oder Politik, oder eine persönliche Auseinandersetzung mit dem eignen Ich oder einem Gegenüber. Dann stellte er den Schülerinnen und Schülern drei mögliche Formen vor, in denen ein Gedicht verfasst werden kann. Ob gereimt, assoziativ oder als Wortbild, wichtig sei es, dass ein roter Faden erkennbar sei. Den Schreibprozess haben wir in der Gruppe immer mal wieder durch Assoziationsspiele und kleine Warm-ups angeregt. Dann haben wir die Stimme aufgewärmt, den Körper gelockert und eine Art Bühne gebaut, um den entstandenen Gedichten zu lauschen.

Auf meiner Rückfahrt denk ich an die „Woche voller Gedichte“ 2012 zurück. Damals habe ich als FSJlerin lyrix zum ersten Mal auf eine Schreibwerkstatt begleitet. Dass die Kooperation mit den Museen und Schulen in Trier so gut läuft, ist nicht zuletzt unserem Kooperationspartner dem Friedrich-Bödecker-Kreis, namentlich Malte Blümke zu verdanken. Das war bestimmt nicht unser letzter Besuch in Trier.